Tunnelbau live – Besuch auf der Baustelle in Wolf

Heute hat sich eine ganz spezielle Gelegenheit ergeben: Gemeinsam mit einer Gruppe aus dem Wipptal konnte ich etwas „Tunnel-Atmosphäre“ schnuppern und den Baufortschritt des Zufahrtstunnels zum Brenner Basistunnel in Wolf beobachten.

Nach einer kurzen Einführung in die Tunnelplanung und in die Hintergründe des Brenner Basistunnel durch einen Experten der BBT SE, wurden wir in die Umkleideräume vor Ort geführt. Aus sicherheitstechnischen Gründen müssen Baustellen-Besucher nämlich Gummistiefel mit Stahlkappen, eine Warnweste sowie einen Helm tragen. Außerdem erhielten wir noch ein Selbst-Retter-Paket für Notfälle.

Auf geht’s in den Tunnel!

Top ausgerüstet starteten wir im Kleinbus Richtung Tunneleingang. Es folgte eine 4 km lange Anfahrt bis zur Ortsbrust am Ende des Zufahrtstunnels. Um die laufenden Bauarbeiten nicht zu stören, hielten wir ca. 300 m vorher und parkten den Bus. Auf der Baustelle 400m unter der Erdoberfläche herrschte ziemlicher Baustellenverkehr und reges Treiben. Auch eine Sprengung konnten wir vernehmen – kaum zu glauben, dass die Druckwelle auf diese Entfernung so gut zu spüren ist!

Unser Baustellen-Experte erklärte uns noch einiges rund um die Vortriebsweisen mittels Sprengung und Tunnelbohrmaschinen, die sonst so benötigten Geräte und Maschinen, die Abläufe auf der Baustelle und die geplanten Maßnahmen in den kommenden Jahren. Wir standen dabei in einer „Kaverne“, wo das Wasser der Baustelle gesammelt wird. Kavernen sind besondere Ausbuchtungen entlang des Tunnels, wo Geräte oder Sprengstoff gelagert werden oder wo Wasser gesammelt wird.

Am Weg kamen wir an der Heiligen Barbara vorbei und nutzten die Gelegenheit für ein Gruppenfoto. Die Hl. Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und ihr ist in jedem Tunnel mindestens ein Denkmal gewidmet. Am 4. Dezember, dem Tag der Hl. Barbara, steht die Baustelle still und es wird gefeiert – ansonsten läuft die Baustelle nämlich im Schichtbetrieb 24/7.

Deponie im Padastertal

Abschließend fuhren wir durch einen weiteren Zufahrtstunnel direkt zur größten Deponie des Brenner Basistunnels, die sich im Padastertal befindet. Kaum zu glauben, wie viele Millionen Kubikmeter Erdmaterial dort deponiert werden. Dort wo wir standen, lag das Aushubmaterial bereits 30 m tief unter unseren Füßen. Die Auflagen sind streng und nach Fertigstellung des BBT im Jahr 2026 muss das Padastertal wieder beforstet und begrünt werden.

Zurück beim Baubüro neben der Brenner-Bundesstraße in Wolf endete dann die Führung. Zurück bleiben bei mir viele spannende Einblicke und Erinnerungen an die reale Welt des Tunnelbaus – ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte!

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Kategorie : Allgemein

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