Beerribler – süßer Genuss mit blauen Zungen

Der Herbst zeigt sich langsam von seiner bunten Seite und der Sommer verabschiedet sich. Vielleicht hast du, so wie wir, zuhause einen kleinen Vorrat an im Sommer gesammelten Schwarzbeeren tiefgekühlt. Hier habe ich ein leckeres Rezept mit Geling-Garantie für dich: Einen traditionellen Schwarzbeerribler. Das Gericht ist eine interessante Variante eines süßen Kartoffelgerichts und typisch für manche Orte im Wipptal, z.B. Schmirn oder Vals. 

Bevor ich das Rezept meiner Oma verrate, stellt sich jedoch die Frage, was Schwarzbeeren überhaupt sind. Die Schwarzbeeren, auch Heidelbeeren, Blaubeeren oder Moosbeeren genannt, sind Heidekrautgewächse. Die bekanntesten Heidelbeeren bei uns sind die Waldheidelbeeren, welche man auch beim Wandern im Wald oder oberhalb auf Bergwiesen finden kann. Wer nicht so gerne nach Beeren sucht, findet auch im Supermarkt Heidelbeeren. Hierbei handelt es sich aber um Kulturheidelbeeren, die sich nicht für den Beerribler eignen.

Der Unterschied zwischen den Waldheidelbeeren und den Kulturheidelbeeren liegt nicht nur in der Größe der Beeren, sondern auch in der Art der Sträucher und der Farbe. Die kleineren Waldheidelbeeren wachsen auf etwa 50 cm hohen, verzweigten Zwergsträuchern in Wäldern oder auf Hängen bis auf ca. 2.000 m hinauf. Die blaue Farbe der Schale und des Fruchtfleisches bekommt die Beere von Anthocyane. Diesem Pflanzenfarbstoff wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen. Er färbt beim Essen nicht nur die Finger, sondern auch die Lippen, die Zähne und die Zunge in ein violettes Blau ein. Die Blätter der Waldheidelbeeren sind etwa 2 cm lang und verändern sich zum Herbst hin von einem satten Grün zu einem kräftigen Rot.

Rote Blätter der Schwarzbeeren
Die Blätter der Schwarzbeersträucher färben sich im Herbst rot.

Die größeren Kulturheidelbeeren wachsen auf bis zu 1.70 m hohen Sträuchern, an denen die Beeren wie Trauben herabhängen. Das Fruchtfleisch ist, anders als bei den Waldheidelbeeren, weiß und färbt auch nicht. Ein typisches Merkmal der Kulturheidelbeeren ist auch der kronenförmige Blütenrest.

Meine Oma macht den Beerribler immer mit den im Sommer gesammelten Waldheidelbeeren aus der Region.

Für den Beerribler brauchst du:

  • ½ kg Kartoffeln
  • 150 – 200 g Weizenmehl (griffig)
  • 300 g Schwarzbeeren (gefroren oder frisch)
  • Salz, Zimt und Zucker

Schritt 1:

Die gekochten Kartoffeln schälen und erkalten lassen. Die kalten Kartoffeln fein aufreiben und salzen.

Kalte Kartoffeln werden gerieben.

Schritt 2:

Die geriebenen Kartoffeln mit Mehl nach Bedarf zu Streusel verarbeiten. Anschließend die Streusel in Butterschmalz hellbraun anbraten.

Kartoffel-Mehl-Mischung wird angebraten

Schritt 3:

Schwarzbeeren dazu geben und durchmischen.

Beeren werden zur Kartoffel-Mehl-Mischung hinzugefügt

Schritt 4:

Den Schwarzbeerribler mit Zucker und eventuell Zimt servieren.

Fertige Beerribler

Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit 🙂

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