Naturwintertag auf Schneeschuhen im Bergsteigerdorf

Unterwegs in den Schutzgebieten des Bergsteigerdorfes Gschnitztal mit der Schutzgebietsbetreuerin Kathrin Herzer.

Im Winter ist die Landschaft vom Schnee bedeckt, und es scheint, als würde auch die Tier- und Pflanzenwelt schlafen. Dabei kann man bei einer Schneeschuhwanderung im Wald so einiges entdecken. Gemeinsam mit der Schutzgebietsbetreuerin vom Gschnitztal, Kathrin Herzer, habe ich etwas genauer hingesehen.

Kathrin Herzer ist eigentlich Meeresbiologin, aber schlussendlich landete sie im Land Tirol und arbeitet hier schon seit über zehn Jahren als Schutzgebietsbetreuerin in den Stubaier Alpen. Dieser Schutzgebietskomplex deckt unter anderen die Landschaftschutzgebiete Serles-Habicht-Zuckerhütl und Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune ab, die die westliche Hälfte des Wipptales mit dem Gschnitztal und das Obernbergtal betreffen. „Anfangs konnte ich nicht mal den Unterschied zwischen Fichten und Tannen im Wald feststellen, und ich musste meine alten Studienunterlagen herauskramen,“ lacht Kathrin, „aber mittlerweile kenne ich mich hier sehr gut aus und habe auch meine Arbeit sehr schätzen gelernt.“

Auf der Schneeschuhwanderung durch das Gschnitztal mit Kathrin Herzer

Was macht eigentlich eine Schutzgebietsbetreuerin?
Die Schutzgebietsbetreuungen werden von der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol koordiniert. Der Großteil der Tiroler Schutzgebiete wird von SchutzgebietsbetreuerInnen vor Ort betreut, die sich gemeinsam mit Behörde, Gemeinden, Bürgern und Vereinen für diese Tiroler Naturjuwele einsetzen. Dabei pflegen sie mit den unterschiedlichen Interessensgruppen Kontakt, zeigen Fördermöglichkeiten auf und entwickeln geeignete Managementpläne. Neben diesen Tätigkeiten sind die SchutzgebietsbetreuerInnen auch mit Schülern, Jugendlichen oder interessierten Menschen in den Schutzgebieten der Stubaier Alpen am Weg und versuchen die Besucher für die schützenswerten Gebiete zu sensibilisieren.

Von Eichhörnchen abgenagte Fichtenzapfen am Waldrand

Augen auf im Wald
Wenn man tagsüber mit Schneeschuhen und offenen Augen durch den Wald stapft, kann man so einiges sehen. Wildtieren wie Rehen oder Hasen begegnet man eher selten, da diese nur im Morgengrauen und in der Abenddämmerung am Weg sind. Aber man kann ihre Spuren im Schnee entdecken und rätseln, welches Tier es war.

Wenn man im Wald unterwegs ist, kann man einige Spuren beobachten

Kathrin hat mir auf unserer Wanderung verschiedene Spuren gezeigt. Am besten gefällt mir die Eichhörnchen-Spur. Und die kleinen Nager hinterlassen auch sonst überall Spuren im Wald – abgenagte Fichtenzapfen beispielsweise. Tannenhäher hingegen suchen im Schnee nach vergrabenen Zapfen, da kann man kleine Höhlen entdecken.

Eichhörnchenspuren im Schnee
Hirschspuren auf einer Waldlichtung

Besonders schützenswert – das Bergsteigerdorf Gschnitztal
Seit Mai 2019 gehört das Gschnitztal mit den Orten Trins und Gschnitz zum elitären Kreis der „Bergsteigerdörfer“. Diese Initiative des Alpenvereins entspricht in besonderer Weise den Zielen der Alpenkonvention, die eine nachhaltige Entwicklung – auch im Tourismus – im gesamten Alpenraum anstrebt. Wie schon erwähnt, ist das Gschnitztal Teil von Landschaftsschutzgebieten – in Gschnitz betrifft das rund 5.556 Hektar (37 %) der Gemeindefläche und in Trins rund 4.242 Hektar (33 %) der Gemeindefläche. Das Tal ist aufgrund von Besonderheiten wie der verschiedenen Gesteinsarten, der unglaublich vielfältigen Flora, dem Moränenwall beim Schloss Schneeberg oder dem Krotenweiher, wo ein tiefes Moor im Toteisloch entstand, seit jeher auch ein beliebtes Reiseziel für Botaniker, Geologen und Naturfreunde. Ideal für ein Bergsteigerdorf!

Mit den Schneeschuhen geht es über Wiesen bis zum Wald – sei dabei am 08. Februar 2020!

Tipp: Komm mit auf einen Naturwintertag ins Gschnitztal. Die einfache Schneeschuhwanderung über Wiesen und durch den Wald dauert ca. 3 Stunden. Termin: Samstag, 08.02.2020 – Treffpunkt: um 13:00 Uhr beim Liftstüberl Trins – Kostenlos! Jeder ist herzlich willkommen, bei der Wanderung mitzugehen. Schneeschuhe und Stöcke werden kostenlos bereit gestellt. Bitte um Anmeldung beim TVB Wipptal unter +43 5272 6270 bis zum Vortag um 11:00 Uhr.
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