Schloss Schneeberg im Bergsteigerdorf Trins

Das Schloss Schneeberg (auch Schloss Schneeburg oder Schloss Sarnthein) befindet sich am Trinser Talboden neben dem Gschnitzbach, etwas versteckt auf einem bewaldeten Moränenhügel. Beim Spaziergang entlang des Premium Winterwanderweges “Unter’m Dorf” in Trins kommt man direkt an den Schlossmauern vorbei und kann sich das Schloss näher ansehen.

Ich habe mich schon immer gewundert, welche Geschichte hinter den alten Mauern steckt und habe daraufhin recherchiert. Der Ursprung des Schlosses ist unbekannt, aber urkundlich erwähnt wird das Schloss erstmals 1297 als „Sneburg“, wo der „Lazerus de Trüns“ und seine Nachfahren für einige Jahrzehnte ihren Sitz hatten. Somit ist die ursprüngliche Burg älter als ich gedacht hatte – nur schade, dass davon heute mehr oder weniger gar nichts mehr übrig ist. Zu sehen sind nur noch Teile der Wehrmauer (bis zu 10 m hoch) und der westliche Rundturm (12 Meter hoch, 8 Meter im Durchmesser) mit einer Mauerstärke von 1,5 Metern. Wie kam also das Schloss zu seinem heutigen Aussehen?

Schloss Schneeberg im Sommer
Das Schloss Schneeberg im Sommer

Von aussterbenden Adelsgeschlechtern…
Die Burg wurde 1363 dem Adelsgeschlecht Ebner übergeben, nachdem die vorhergehenden Besitzer ausgestorben sind. Als dieses Adelsgeschlecht ebenfalls ausstarb, übernahm Erzherzog Sigismund der Münzreiche den Besitz und ab 1500 wurde das Schloss unter Kaiser Maximilian als Lehen an verschiedenen Adelsherrn vergeben. Der erste war sein Rat Franz Schneeberger, der es nur für einige Jahre hatte. Aus Berichten an die Regierung geht hervor, dass das Schloss bereits 1520 einen desolaten Bauzustand aufwies. Mit der Übergabe an Wellinger von Ferchingen, wurde dieser 1571 zum Freiherrn von Schneeburg ernannt. Er baute den mittelalterlichen Ansitz zu einem wohnlichem Renaissance-Schloss um.

… und vielen Lehensherren
In den nächsten Jahrzehnten folgten verschiedene Lehensinhaber. Erst im Jahre 1636 waren die Besitzer wieder die Freiherren von Schneeberg. Nach deren Aussterben und einem verheerenden Brand 1771, der die ehemalige Burg aus dem 13. Jahrhundert vernichtete, übergab Kaiserin Maria Theresia 1778 die Überreste dem Gubernialrat Alois Grafen Sarnthein. Dieser beseitigte die Ruinen und baute das übrig gebliebene Wirtschaftsgebäude zu einem schloss-artigen Ansitz aus. 1910 wurde dann auch noch ein Stallgebäude daneben als Wohnbau umfunktioniert. Durch diese und einige weitere Umbauarbeiten erhielt das Schloss Schneeberg sein jetziges Aussehen.

Schloss Schneeberg um 1960 (Foto: Sammlung-Risch-Lau-Vorarlberger-Landesbibliothek)

Verborgene Schätze
Im Schlossinneren befinden sich getäfelte Stuben und Kachelöfen aus der Zeit des Klassizismus (1760-1830) sowie Bilder der ehemaligen Burg. Bemerkenswert ist außerdem das reich verzierte, hölzerne Epitaph von Hans von Sarnthein aus dem Jahr 1547, das 1919 von der Dorfkirche Sarnthein ins Schloss transferiert wurde. Das Schloss Schneeberg blieb bis heute bei der Familie Sarnthein. Für einige Zeit (bis Ende 2019) wurden dort Privatzimmer vermietet, die Zimmer wurden dafür liebevoll restauriert und man konnte in den “historischen” Betten schlafen.

Eines der Zimmer, die vermietet wurden (Foto: Fam. Saker)

Tipp: Besichtigungen sind nur von außen möglich, daher empfehle ich einen Winterspaziergang am Premium Winterwanderweg “Unter’m Dorf”. Dieser neue Winterwanderweg führt direkt an den Schlossmauern vorbei. Zur interaktiven Karte mit Beschreibung: Hier klicken

Schloss Schneeberg
Auf dieser Straße kommt man beim Winterwanderweg vorbei (Foto: Fam. Saker)

Quellen:
1901, Das Gschnitztal. In: Reise- und Fremden-Zeitung für Tirol und Vorarlberg, Nr. 18, S. 4
2009, Eintrag im Archiv: Schneeberg, auf www.burgen-austria.com
1996, Schlösser, Ruinen in Nord- und Osttirol, Beatrix und Egon Pinzer
1982, Tiroler Burgenbuch – Wipptal, Oswald Trapp

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