Blumenberg Blaser

Der blumenreichste Berg Tirols

Der Blaser liegt im Landschaftsschutzgebiet Serles-Habicht-Zuckerhütl des Bergsteigerdorfs Gschnitztal und gilt als der blumenreichste Berg Tirols. Dass der Berg diesen Titel verdient trägt, bestätigt auch der Wipptaler Biologe Wolfi Bacher. Er kennt keinen anderen Berg in Tirol wo so eine Artenvielfalt zu finden ist. Der Artenreichtum reicht von stolzen 20 Orchideenarten über Enziane, Primeln, bis hin zum Edelweiß und hat mehrere Ursachen, wie Wolfi berichtet.

Ideale Bedingungen für die Pflanzenwelt

Zum einen trägt die komplexe Geologie der Blaserdecke dazu bei. Der Berg besteht vorwiegend aus Dolomit, der sehr kalkhaltig ist, weist jedoch ebenso Silikat auf. Beide Untergründe beheimaten unterschiedliche Pflanzen. Da der Blaser beide Gesteinsarten enthält, wachsen hier Pflanzen aus beiden Gesteinswelten.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die traditionelle Bewirtschaftung der Bergmähder. Die Almwiesen wurden seit jeher von den Bergbauern gemäht, dabei jedoch kaum gedüngt. Die Landwirtschaft hat also einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass es am Blaser eine derartige Artenvielfalt gibt und diese auch erhalten bleibt.

Auch das warm-trockene Klima in der Föhnschneise des Wipptals trägt zum Reichtum an Biodiversität bei. Die Extremstandorte am Blaser, also dort wo er am meisten dem Wind und Wetter ausgesetzt ist, Kalkuntergrund und wenig Boden vorhanden ist, findet man die artenreichsten Bereiche vor. Je extremer also die Bedingungen sind, umso spezieller sind die Arten und umso größer der Artenreichtum.

Beim Aufstieg auf den Blaser immer im Blick – die Serles.

In voller Blüte

Die größte Blütenpracht findet man von Mitte bis Ende Juni vor. Das Zeitfenster ist stark vom Wetter im Frühjahr und der Schneemenge des vorherigen Winters abhängig. Durch den Klimawandel hat sich die Blütezeit in den letzten Jahren um 2-3 Wochen nach vorne verschoben.

Neue Blumenarten sind durch den Klimawandel bisher noch nicht dazugekommen. Aber bei den Insekten merkt man die Veränderung bereits. Wolfi, der in Steinach aufgewachsen ist, hat als Kind noch nie eine Hornisse bei uns im Wipptal gesehen. Vor ein paar Jahren hat er dann die ersten Exemplare in seinem Naturgarten entdeckt.

Auf meine Frage hin, ob Wolfi alle Blumen am Blaser bestimmen kann, meint er: „Nein, nicht alle. Es gibt manche Gruppen, die sehr schwer zu unterscheiden sind, da brauch ich schon das Blumenbuch und eine Lupe für eine eindeutige Identifikation.“

Tipp: Blumenwanderung Self-guided

Mit der Orchideen-Übersichtstafel ausgestattet, könnt ihr euch auf Schatzsuche machen und versuchen so viele Orchideen-Arten wie möglich zu entdecken. Hier findet ihr die Orchideen-Übersichtstafel.

Bitte beachtet dabei: Orchideen und viele andere Pflanzen sind geschützt und dürfen nicht gepflückt werden!

–> Viele Wege führen auf den Blaser: für die Blumenwanderung eignet sich am besten der Steig, der oberhalb der Kirche im Ortsteil Leiten in Trins startet.

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