Kwell-Saiblinge vom Koflerhof

Heimischer Fisch höchster Qualität aus Obernberg im Wipptal

Seit ein paar Jahren betreiben Petra und Alfred Kofler erfolgreich eine kleine Fischzucht auf ihrem Hof in Obernberg. Sie züchten und verkaufen den Kwell-Saibling mit dem Gütesiegel Qualität Tirol. Der Saibling ist eine heimische Fischart von höchster Qualität in Aussehen und Geschmack. Ich habe sie vor Ort besucht, mir ihre Teiche und das kleine Schlachthaus genauer angesehen und gleich ein paar frische Fische mitgenommen.

Fischzüchter Petra & Alfred Kofler
Fischzüchter Petra & Alfred Kofler

Fischzucht als zweites Standbein
Am Koflerhof in Obernberg haben Alfred und Petra Kofler sich vor ca. vier Jahren dazu entschieden, neben der Landwirtschaft mit Milchkühen ein weiteres Standbein mit der Fischzucht aufzubauen. Alfred ist mit dem Fischzüchter Walter Vötter aus Gries befreundet und half ihm vor fünf Jahren beim Umbau seiner Fischzuchtanlage in Gries. Walter meinte dann, er habe ja zu Hause in Obernberg auch beste Voraussetzungen für eine Fischzucht: viel frisches, kaltes Wasser und auch eine freie Fläche für Teiche vor dem Hof. Ja, warum nicht? Alfred und Petra entschieden sich daraufhin, einen Versuch zu wagen. 2018 starteten sie versuchsweise mit einem Teich und ein paar Fischen von Walter. Schnell wurde klar, dass nur die Haltung der Fische in Teichen ohne eine richtige Ausbildung als Fischzüchter und eine eigene Schlachtung nicht zufriedenstellend ist. Sie wollten unabhängig sein, selber schlachten und ab Hof verkaufen. Petra beschloss daher noch im selben Jahr, Schulungen für Fischzüchter an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt für Fischzucht in Starnberg (DE) zu besuchen. Außerdem wollten sie gleich beim Qualitätsprogramm Kwell-Saibling mitmachen. Dafür waren z.B. Gutachten für die Qualität und Temperatur des Bachwassers aus dem Fradertal nötig, die separate Frischwasserversorgung der sechs naturnahen Teiche mit Rücklauf in den Bach muss gegeben sein und die Hygieneauflagen für ein Schlachthaus genau eingehalten werden. 2019 war dann endlich alles soweit fertig, um mit der Fischzucht professionell zu starten. “Nie hätte ich früher gedacht, dass ich eines Tages Fischzüchterin werden würde”, lacht Petra. Aber es kommt ja im Leben oft anders als man denkt…

Auszeichnung zum “Fisch Kaiser” bestätigt hohe Qualität
In der kleinen Küche im Schlachthaus hängen mehrere Urkunden mit Auszeichnungen und Medaillen. Gleich im ersten Jahr gelang den beiden nämlich schon beim „Fisch Kaiser der Messe Wieselburg“ – einer der bekanntesten Auszeichnung für Süßwasserfische in Österreich – eine goldene Prämierung als Gesamtsieger in der Kategorie Frischfisch. Jedes Jahr konnten sie eine Prämierung in Gold oder Silber erzielen, nur den Gesamtsieger nicht mehr. „Das ist auf jeden Fall nochmal eine unserer Bestrebungen“, erklärt Petra.

Ausgezeichnete Qualität
Mehrfach ausgezeichnete Qualität

Was ist ein Kwell-Saibling?
Die Saiblinge gehören zu der Familie der Lachsfische (Salmoniden). Das Gütesiegels „Qualität Tirol“ bezeichnet den Kwell-Saibling deshalb so, weil sein Lebensraum klares Quell- und Gebirgswasser ist. Im kühlen Wasser wächst der Fisch langsam heran. Dies garantiert ein festes Fleisch und besten Geschmack. Nicht nur das Wasser muss eine hohe Qualität aufweisen, auch die Teiche müssen naturnah angelegt sein und die Besatzdichte in den Teichen geringgehalten werden. Neben diesen Kriterien dürfen natürlich auch keine Medikamente gegen Krankheiten, Antibiotika oder Hormone zur Wachstumsförderung verwendet werden.

Kühles, klares Bachwasser garantiert beste Qualität
Kühles, klares Bachwasser garantiert beste Qualität
Die Fischteiche direkt am Hof
Die Fischteiche direkt am Hof in Obernberg

Langsames Wachstum für ideale Fleischqualität
Jährlich kaufen Alfred und Petra ca. 15.000 Setzlinge mit einem halben Jahr bei Walter Vötter in Gries, der ein Bruthaus in Lueg hat. In den sechs Teichen vor ihrem Hof werden die Fische dann per Hand gefüttert, bis sie nach ca. 2 bis 2 ½ Jahren speisefertig sind. Das langsame Wachstum garantiert eine optimale Fleischqualität. Da nicht alle Fische gleich schnell wachsen, werden sie immer wieder in den verschiedenen Teichen umsortiert. Auf die Frage, wie viele Fische denn im Teich sind, kann mir Petra keine genaue Antwort geben. Nicht zu viele und nicht zu wenige, damit sie sich wohl fühlen. Interessant ist auch, dass ein Fisch in seinem Leben ca. 1 kg Futter braucht – die Futtermenge ist für die Fischzüchter der Anhaltspunkt wie viele Fische in den Teichen sind. Mit Krankheiten haben sie Gott sei Dank keine Probleme erzählt Petra, denn das Wasser ist mit max. 8 Grad sehr kühl und hat einen optimalen PH-Wert. Die Gegebenheiten vor Ort sowie die Qualität der Fische werden jährlich durch die AMA Bio-Kontrolle streng kontrolliert.

Wie kommt man zum Kwell-Saibling?
Der frische Kwell-Saibling oder auch die geräucherte Variante ist bei Petra und Alfred entweder auf Vorbestellung mittwochs, donnerstags und freitags ab Hof (Adresse: Au 380, 6156 Gries a. Br., Telefon: 0043 664 990 5531 oder 0043 699 1130 1039, E-Mail: alfredkofler@hotmail.com) oder auch am Bauernmarkt in der Markthalle in Innsbruck immer freitags und samstags von 8:00 bis 12:00 Uhr erhältlich. Wer den Fisch direkt kosten möchte, kann das im Gasthaus Vinaders (Do – So geöffnet) machen. Bei der Adresse vom Koflerhof nicht irritieren lassen – der liegt geografisch zwar in Obernberg, gehört aber noch zur Gemeinde Gries.

Außerdem bekommt man den Kwell-Saibling noch bei folgenden weiteren Fischzüchtern im Wipptal:
Walter Vötter aus Gries
Familie Mair aus Trins
Familie Müssigang aus Obernberg

Der verkaufsfertige Fisch wird von Petra auf Eis gekühlt gelagert.
Der verkaufsfertige Fisch wird von Petra auf Eis gekühlt gelagert.
Den Kwell-Saibling gibt es nicht nur als Frischfisch, sondern auch geräuchert und verpackt.
Den Kwell-Saibling gibt es nicht nur als Frischfisch, sondern auch geräuchert und verpackt.

Zum Abschluss frage ich Petra noch, ob sie noch ein Anliegen hat. „Ja“, meint sie, „es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Menschen generell mehr heimische Produkte und Lebensmittel kaufen würden. Es ist schade, dass beispielsweise beim Fischverzehr in Tirol die heimischen Fische nur einen sehr kleinen Prozentanteil ausmachen. Über 90 % wird aus anderen Ländern importiert und aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt gekauft.“

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